Jetzt mal alles Zusammen!

Ich versuche mal, den kompletten Bogen zu spannen:

Fall 1: Portraitaufnahmen

  1. Wir wollen ein scharfes Portrait, d.h. wir brauchen dazu kurze Belichtungszeiten
  2. Kurze Belichtungszeiten bedeutet: die Blende muss weiter geöffnet werden, um mehr Licht durchzulassen. 
  3. Große Blendenöffnung = kleine Blendenzahl
  4. Kleine Blendenzahl = geringe Schärfentiefe
  5. Geringe Schärfentiefe = Das Motiv selbst ist scharf, der Hintergrund nicht

6. PERFEKT

Fall 2: Landschaft oder Architektur:

  1. Wir wollen möglichst die ganze Landschaft/das ganze Gebäude scharf, d.h. wir brauchen dazu ein kleine Blendenöffnung
  2. Kleine Blendenöffnung = große Blendenzahl
  3. Große Blendenzahl = lange Belichtungszeit
  4. Lange Belichtungszeit bedeutet: Sie brauchen ein Stativ
  5. Nicht ganz so perfekt, da Schleppen angesagt ist.

Vorne scharf

Wo liegt der Haken? Bei sehr großen Blenden (mein neuen Glas kann 1,4) wird die Schärfentiefe sehr klein, wenn ich dann noch nah ans Motiv rangehe wird die Schärfentiefe noch kleiner. D.h. die Schärfentiefe kann auf bis wenige mm absinken. Bedeutet: Augen scharf, Schnauze und Ohren unscharf! Sehen Sie sich folgende Bilder an. Im ersten Bild ist der 1.Kopf scharf dargestellt, im 2.Bild ist der 2.Kopf scharf dargestellt - Hinter- und Vordergrund sind unscharf.

Mitte scharf

Hier müssen Sie deshalb vielleicht 1 bis 2 Blendenstufen ”aufblenden” (=kleinere Blendenöffnung nehmen) und die längeren Belichtungszeiten in Kauf nehmen.

Ich fotografiere deshalb (fast) immer mit Zeitautomatik: D.h.: ich wähle die Blende und mache mich damit zum Herrn über die Schärfentiefe, die Kamera wählt die passende Belichtungszeit automatisch.