People, Modell und Portrait

Ein Thema, das in unserem Alltag allgegenwärtig ist. Von allen Litfasssäulen aus allen Illustrierten lächeln Sie uns an: Die Wunderschönen dieser Welt. Im Studio unter totem Licht abgelichtet, bis zur Groteske retuschiert, sind Sie uft ein Zerrbild des wahren Menschen.

Ich finde es interessanter, die Persönlichkeit in dem Mittelpunkt zu stellen. gerade in natürlichem Licht im Freien und im Kontext einer Umgebung finde ich es interessant mit Models zu arbeiten. Dazu brauchen Sie aber einige Zusatzkenntnisse dun Ausrüstung:

  • Posing - Sie sollten schon wissen, wie ein Model kucken oder was es tun soll (ein Schelm, wer jetzt Böses denkt). Dazu gibt es (noch) keine weiteren Informationen
  • Aufnahmeposition (siehe unten)
  • Blickrichtung beachten (siehe unten)
  • Problem Gelenkschnitt vermeinden (siehe unten)
  • Beautyretusche - ganz ohne geht es nicht. Dazu gibt es (noch) keine weiteren Informationen.
  • Ein gute Portraitlinse mit hoher Lichtstärke für eine gute Freistellung (siehe unten)

Kenntnisse - Aufnahmeposition oder: Aug in Aug

Ihre Kamera ist das Auge des Betrachters. Wenn Sie mit anderen Personen sprechen, dann meist auf Augenhöhe. Wenn sich also die Kameralinse auf Augenhöhe befindet, wirkt das Foto natürlich. Wenn Sie eine Person als Ganzes oder eien Gruppe aufnehmen, können Sie die Kameralinse auch auf Brust anlegen. Aber es gibt auch Ausnahmen - sehen Sie sich die Beispiele an.

Tipp:
Portraits und Totale

Portrait = Kameralinse auf Augenhöhe des Motives
Ganzkörperansicht (Totale) = Kameralinse auf Brusthöhe des Motivs

Ein bischen tiefer

Beauty springt
Leicht tiefe Aufnahmeposition für mehr Dynamik

Die Aufnahmeposition ist etwas tiefer als der Kopf gewählt. Die Aufwärtstendez und die Dynamik von Beauty wird dadurchverstärkt. Beauty hat einen Hintergrund und eine richtige Perspektive. Der Horizont ist etwas tiefer. Das schafft Stabilität im Hintergrund und erzeugt mit der eingefrorenen Bewegung von Beauty viel Spannung.

Aug in Aug

Model: Ruby
HeyKey

Das gilt bsonders für Portraits! Halten Sie sich dran und Sie werden den Unterschied spüren: Natürliche Proportionen und ansprechende Bilder sind der Lohn.

Totale

Model: Ruby Lou
Unschuldig

Bei einer Totalen sollte sich die Kamera etwa auf Brusthöhe befinden.

Von unten nach oben

Aufnahmepostion
Mut zu unkonventionellen Positionen!

Spielen Sie ruhig auch mal mit der Aufnahmeposition. Im diesem Bild habe ich eine extrem tiefe Position gewählt und nach oben fotografiert. Der Horizont rutscht ganz nach unten. Die Hunde sehen irgendwie hoch konzentriert und überlegen aus. Schaut doch auch interessant und spannend aus - oder?


Kenntnisse - Platz für den Blick oder: Kuck wohin er/sie kuckt

Was für den Blick gilt, gilt auch für Bewegungen: Wenn Sie eine Bewegung im Foto einfangen, lassen Sie Platz in Bewegungsrichtung.

Betrachten Sie die beiden Fotos - fällt Ihnen etwas auf? Beauty wirkt rechts irgendwie besser, freier, interessanter. Warum? Weil in ihrer Blickrichtung mehr Platz ist.

Gib dem Blick Raum
Negativbeispiel

Im linken Bild ist die Entfernung zwischen Augen und linken Bildrand größer als die zwischen Augen und rechten Bildrand. Da Tanja nach links blickt, verliert das Bild an Spannung und Harmonie.

Gib dem Blick Raum
So soll es sein

Im rechten Bild es genau umgekehrt: In Blickrichtung ist mehr Platz als gegen die Blickrichtung und das ist auch gut so. Sie kucken doch auch nicht gerne an eine Wand - oder? Also lassen Sie Ihr Motiv auch nicht direkt gegen den Bildrand schauen!


Kenntnisse - Schnitt oder: Mit chirurgischer Präzision

Übrigens, das gilt um so mehr, wenn Sie Freundin oder Frau fotografieren. Gerade die holde Weiblichkeit, wird Ihnen den Kopf abreißen, wenn Sie es wagen, Ihre Gelenke abzuschneiden. Sie wird das Bild (und Sie) hassen - weiß aber nicht warum. Zumindest da sind Sie Ihr dann etwas voraus :-)Ganz wichtig ist der Ausschnitt, den Sie wählen. Denken Sie daran: weniger ist oft mehr. Sie kennen das sicher: Sie sind der festen Überzeugung, gerade das Bild Ihres Lebens von Ihrem Wauzi gemacht zu haben. Doch beim Betrachten - eiderdaus - der Wauzi ist gerade so groß wie der Daumennagel: Sie haben viiiiel Umgebung und Hintergrund auf dem Bild, aber nur wenig Wauzi. Also: die Devise heißt ran an den Speck bzw. den Wauz.

Schneide keine Gelenke!
So nicht!

Nun sind Sie also nah dran und haben sogar nicht die komplette Perle aufs Bild gebannt, sondern nur das ausdrucksstarke Gesicht mit Oberkörper. Sie sind richtig stolz drauf, aber irgendwas stört Sie und Sie wissen nicht: WAS?!?

Sieht das Bild etwa so oder so ähnlich aus? Gratulation, Sie haben mit größter Treffsicherheit gerade eine Todsünde begangen. Das 13. Gebot heißt nämlich: Du darfst niemals ein Gelenk am Bildrand durchschneiden!

Schneide keine Gelenke!
Lösung 2: Halbtotale

Also entweder noch näher ran und wenn schneiden, dann z. B. mitten an den Oberschenkeln. Ein Portrit wäre übrigens auch eine Lösung!

Schneide keine Gelenke!
Lösung 1: Totale

...oder wieder etwas weiter weg. Und das Objekt der Begierde als Total aufnehmen. Aber niemals Gelenke schneiden (im obigen Beispiel waren das das Handgelenk und die Knie)!


Ausrüstung - Ein traumhafte Portrait-Linse

Lichtstarkes Teleobjektiv als Festbrennweite 85 mm, ein echter Lichtriese mit 1,4
Quelle: www.sigma-foto.de

Mein neuestes Schätzchen ist ein 85 mm vonm Sigma. Es hat eine Festbrennweite, d.h. kein Zoom und Sie müssen nun den richtigen Bildaussschnitt wählen, indem Sie Ihre Füße benutzen. Die Abbildungsleistung ist aber wegen der schon fast "brutalen" Lichtstärke von 1,4 so überragend, dass ich die Lauferei gerne in Kauf nehme und das Glas nun die meiste Zeit auf der Kamera habe - ich liiiiebe es.

Das Glas ermöglicht es mir, auch bei wenig Licht noch ohne Blitz zu fotografieren. Aber Vorsicht: Der Schärfetiefebereich schrumpft natürlich bei Portraits auf wenige Millimeter zusammen, wenn ich dieses Glas öffne - hier ist etwas Erfahrung notwendig! Dafür können Sie die Person, die Sie fotografieren, ganz wunderbar frei stellen.

Seitdem stehe ich auf Festbrennweiten. Grund: Lichtstärke und Bildqulität. ABER: fangen Sie nicht damit an, bevor Sie Ihre Objektive und Ihre Kamera schon ausgereit haben. Da Sie den Bildausschnitt nicht mehr per Zoom verändern können, müssen Sie schon sehr genau wissen von wo Sie wie fotografieren. Und damit das wirklich bessere Ergebnisse bringt und vor Allem Spaß macht, baruchen Sie schon Erfahrung.