Technik, Industrie

Als Ingenieur habe ich einen großen Faible für Technik. Interessante Konstruktionen, imposante Maschinen, aufgegebene Fabriken bieten mir ein weites Betätigungsfeld. Gerade bei alten aufgegebenen Industrieanlagen kommt dann auch noch die Aufregung eines Entdeckers dazu. Solche "Lost Places" üben auf mich einen besonderen Reiz aus. "Lost Places" bergen aber zahlreiche Gefahren. Einsturz, Absturz, Verletzungen. Erkudnen Sie solche Locations nicht auf eigene Faust, sondern schließen Sie sich einer professionellen Führung an, die meist durch fachkundige Fotografen angeboten wird.

Spezielle zusätzliche Kenntnisse benötigen Sie nicht. Sie sollten mit Ihrer vorhandenen Ausrüstung auskommen. lediglich ein vernünftiges Stativ benötigen Sie. Genre bebe ich Ihnen ein paar Tipps, damit Sie einschätzen können, was auf Sie zu kommen kann.


Stürzende Linien

Es gilt: Je weiter der Winkel, desto anfälliger für stürzende Linien.

Stürzende Linien bedeuten, dass sich Gebäude nach oben oder nach unter verjüngen. Meist ist das nicht gewollt und passiert aus Unkenntnis oder mangelnder Erfahrung. Natürlich können Sie später die Linien in der Bildbearbeitung wieder begradigen. Aber das bedeutet Aufwand und verschlechtert die Bildqualität.

Daber ist es doch so einfach die stürzenden Linien zu vermeiden. Woher kommen die Linien eigentlich? Und warum fallen die gerade in der Architekturfotografie zu auf? Die Linien sind eine Verzerrung der natürlichen Perspektive. Der Fluchtpunkt wandert nach oben oder nach unten - ja nachdem, ob Sie die Kamera nach oben oder nach unten halten. Und damit beeinflusst der Fluchtpunkt die senkrechten Linien. Nur wenn Sie die Kamera gerade halten, befindet Sicht der Fluchtpunkt hinter dem Objekt und beeinflusst die senkrechten Linien nicht.

Weitwinkelobjektive sind dafür besonders anfällig, weil sie eben viel einfangen. Dummerweise halten Sie die Kamera, wenn Sie ein Gebäude fotografieren auch noch nach oben um auch das Dach auf die Platte zu bannen. Und voila - stürzende Linien ohne Ende. Also ist die Abhilfe einfach: die Kamera absolut waagrecht halten. Damit bekommen Sie genausoviel Straße wie Gebäude aufs Bild. Die Strasse können Sie später wegschneiden und schon haben wir eine tolle Aufnahme mit absolut geraden Linien. Dadurch verschenken sie viel Bildinhalt. Aber was solls, die Kameras haben heute genug Auflösung.

Stürzende Linien sind aber auch ein Mittel, um Fotos besonders spannend zu machen - wenn Sie die bewusst einsetzen. habe ich im Foto unten bewusst eingesetzt, um den die Illusion zu verstärken, dass die Rohre in den Himmel reichen.

Himmeltrompeten
Maxhütte - Außenanlagen

Ausrüstung und Kameraeinstellungen - mein persönliches Setup

Da die Räume oft eng sind, kann der Aufnahmeabstand gering werden. Mein Ultra Weitwinkel NIKKOR 12-24 mm / 4 ist deshalb immer dabei und leistet mir gute Dienste (s.u.).

Die Lichtsituation ist oft eher dunkel, das heißt Lichtstärke ist angesagt. Deshalb habe ich das NIKKOR 50 mm / 1,4 und das SIGMA 85 mm / 1,4 auch dabei. Das SIGMA nutze ich dabei für Detailaufnahmen.

Ich fotografiere fast immer mit Zeitautomatik, d. h. ich wähle die Blende und mache mich zum Herr über die Schärfentiefe und die Kamera wählt die Blende. Dabei ist eher ein große Tiefenschärfe angesagt, weil Sie ja die gesamte Maschine oder Anlage scharf abbilden möchten. Bei Details öffne ich dann die Blende, weil ich einen unscharfen Hintergrund möchte.

Das bringt uns zu einem wichtigen Ausrüstungsgegenstand - raten Sie mal. Keine Ahnung? Ein paar Tipps: Große Tiefenschärfe heißt? Na? Richtig: eine kleine Blendenöffnung, z. B. 11 und das treibt gerade im Zwielicht die Belichtungszeit nach oben. Und dazu brauchen wir? Genau - ein Stativ!

Mehr aufs Bild mit einem Witwinkel/Ultraweitwinkel

Weitwinkel-/Ultraweitwinkelobjektiv 12-24 mm
Quelle: www.nikon.de

Wenn Viiiiiel aufs Bild drauf soll, dann muss es ein Weitwinkel sind. Doch Vorsicht, ein Weitwinkel ist etwas für Kenner, denn erstens ist ein Bild nicht schön, auf dem zu viel drauf ist und zweitens wird die Verzerrung bei 12 mm schon extrem. Und so musste irgendwann ein Ultra-Weitwinkel her. Es wurde das Ultraweitwinkel (= noch weitwinliger) NIKKOR 12-24 mm / 4. Ich habe mir das Glas relativ spät gekauft und bin völlig glücklich mit dem Teil.

Aber aufgepasst: das Glas ist extrem anfällig für stürzende Linie. Schon ein leichte Aufwärts- oder Abwärtsneigung quittiert das Utraweitwinken mit lotrechten Linien, die ganz und gar nicht mehr lotrecht sind, sonder auseinander-oder zusammenlaufen. Bewusst eingesetzt ein tolles Stilmittel, um die Dramatik zu erhöhen. Meist ist aber eher fehlendes fotografisches Können der Grund und weniger die bewusste Bildgestaltung.