Tiere

Deshalb fing ich wieder an, mit einer SLR zu fotografieren. Immer, wenn ich unsere Hunde ablichten wollte, war die Kamera zu schwerfällig. Bis sie auslöste, war der Hund schon wieder ganz wo anders. Und dann Hund scharf - Hintergrund unscharf? Unmöglich!

Tatsächlich macht es viel Spaß, Tiere zu fotografieren. Hier kommen dann auch einige Disziplinen zusammen: Portrait, Landschaft, Makro und Geduld. Es gibt sooooo viele Facetten:

  • Das Haustier: mit ihm können Sie schon fast wie einem Model arbeiten, tolle Portrait-Aufnahmen sind möglich
  • Im Tiergarten: Tiere wiederholen ihr Verhalten oft! Also beobachten und beobachten und beobachten. Nur so finden Sie heraus, wo sich das Tier ereglmäßig aufhält und können sich und Ihre Kamera in eine gute "Schussposition" bringen. Ein gutes Tele mit min. 200 mm ist die Mindestvoraussetzung, damit Sie nah heran kommen.
  • Wildtiere: jetzt wirds richtig teuer, denn hier ist meist der Abstand zum Objekt der Begierde sehr groß sein. D h. Sie brauchen ein Höchstleistungstele, wie z.B. das 200-500 mm, 2,8 von Sigma für etwa 20.000,- EUR.
  • Winzige Tiere: Das Makro ist das Mittel der Wahl. Auch kleine Tiere haben eine hohe Fluchtdistanz, d .h. ganz nah kommen Sie nicht heran. Also sollte es schon ein Makro mit min. 100 mm Brennweite sein.

Folgende Kenntnisse benötigen Sie

  • Aufnahmeposition (siehe unten)
  • Blickrichtung beachten (siehe unten)
  • Problem Gelenkschnitt vermeinden (siehe unten).
  • Ein gutes Tele mit hoher Lichtstärke für kurze Verschusszeiten (siehe unten)

Kenntnisse - Aufnahmeposition oder: Aug in Aug

Ihre Kamera ist das Auge des Betrachters. Wenn Sie mit anderen Personen sprechen, dann meist auf Augenhöhe. Wenn sich also die Kameralinse auf Augenhöhe befindet, wirkt das Foto natürlich. Wenn Sie eine Person als Ganzes oder eien Gruppe aufnehmen, können Sie die Kameralinse auch auf Brust anlegen. Aber es gibt auch Ausnahmen - sehen Sie sich die Beispiele an.

Tipp:
Portraits und Totale

Portrait = Kameralinse auf Augenhöhe des Motives
Ganzkörperansicht (Totale) = Kameralinse auf Brusthöhe des Motivs

Aug in Aug

Aufnahmepostion
Augenhöhe für Portraits

Das gilt natürlich auch für Tiere. Also bei der Fotografie der Welpen heißt es “Stellung” - flach auf den Bauch und dann kann es los gehen.

Von unten nach oben

Aufnahmepostion
Mut zu unkonventionellen Positionen!

Spielen Sie ruhig auch mal mit der Aufnahmeposition. Im diesem Bild habe ich eine extrem tiefe Position gewählt und nach oben fotografiert. Der Horizont rutscht ganz nach unten. Die Hunde sehen irgendwie hoch konzentriert und überlegen aus. Schaut doch auch interessant und spannend aus - oder?

Ein bischen tiefer

Beauty springt
Leicht tiefe Aufnahmeposition für mehr Dynamik

Die Aufnahmeposition ist etwas tiefer als der Kopf gewählt. Die Aufwärtstendez und die Dynamik von Beauty wird dadurchverstärkt. Beauty hat einen Hintergrund und eine richtige Perspektive. Der Horizont ist etwas tiefer. Das schafft Stabilität im Hintergrund und erzeugt mit der eingefrorenen Bewegung von Beauty viel Spannung.


Kenntnisse - Platz für den Blick oder: Kuck wohin er/sie kuckt

Was für den Blick gilt, gilt auch für Bewegungen: Wenn Sie eine Bewegung im Foto einfangen, lassen Sie Platz in Bewegungsrichtung.

Betrachten Sie die beiden Fotos - fällt Ihnen etwas auf? Beauty wirkt rechts irgendwie besser, freier, interessanter. Warum? Weil in ihrer Blickrichtung mehr Platz ist.

Gib dem Blick Raum
Negativbeispiel

Im linken Bild ist die Entfernung zwischen Augen und rechten Bildrand größer als die zwischen Augen und linken Bildrand. Da Beauty nach rechts blickt, verliert das Bild an Spannung und Harmonie.

Gib dem Blick Raum
Lösung

Im rechten Bild es genau umgekehrt: In Blickrichtung ist mehr Platz als gegen die Blickrichtung und das ist auch gut so. Sie kucken doch auch nicht gerne an eine Wand - oder? Also lassen Sie Ihr Motiv auch nicht direkt gegen den Bildrand schauen!


Kenntnisse - Schnitt oder: Mit chirurgischer Präzision

Übrigens, das gilt um so mehr, wenn Sie Freundin oder Frau fotografieren. Gerade die holde Weiblichkeit, wird Ihnen den Kopf abreißen, wenn Sie es wagen, Ihre Gelenke abzuschneiden. Sie wird das Bild (und Sie) hassen - weiß aber nicht warum. Zumindest da sind Sie Ihr dann etwas voraus :-)Ganz wichtig ist der Ausschnitt, den Sie wählen. Denken Sie daran: weniger ist oft mehr. Sie kennen das sicher: Sie sind der festen Überzeugung, gerade das Bild Ihres Lebens von Ihrem Wauzi gemacht zu haben. Doch beim Betrachten - eiderdaus - der Wauzi ist gerade so groß wie der Daumennagel: Sie haben viiiiel Umgebung und Hintergrund auf dem Bild, aber nur wenig Wauzi. Also: die Devise heißt ran an den Speck bzw. den Wauz.

Schneide keine Gelenke!
Negativbeispiel

Nun sind Sie also ganz nah dran und haben sogar nicht den ganzen Sheltie aufs Bild gebannt, sondern nur das ausdrucksstarke Gesicht mit Brust und Vorderläufen. Sie sind richtig stolz drauf, aber irgendwas stört Sie und Sie wissen nicht: WAS?!?.

Sieht das Bild etwa so oder so ähnlich aus? Gratulation, Sie haben mit größter Treffsicherheit gerade eine Todsünde begangen. Das 13. Gebot heißt nämlich: Du darfst niemals ein Gelenk am Bildrand durchschneiden!

Schneide keine Gelenke!
Lösung 1: Portrait

Also entweder noch näher ran und ein ausdrucksstarkes Portrait gestalten...

Schneide keine Gelenke!
Lösung 2: Totale

...oder wieder etwas weiter weg. Und das Bojekt der Begierde als Total aufnehmen. Aber niemals Gelenke schneiden (im obigen Beispiel waren das die Handwurzelgelenke)!


(M)ein erstes neues Glas - ein lichtstarkes Tele

Lichtstarkes Teleobjektiv 50-150 mm, Lichtstärke 2,8
Quelle: www.sigma-foto.de

Da ich oft unsere Hunde fotografierte und manchmal nicht still halten wollte ich im Tele-Bereich kürzere Verschlusszeiten. Mittlerweile hatte ich genug Erfahrungen mit den Standard Gläsern und die Grenzen ausgelotet. Also war es Zeit für ein neues Glas. Das neue Tele sollte sehr lichtdurchlässig sein - genannt auch lichtstark. Ich hatte zwei Gläser ins Auge gefasst. Eines von einem Dritt-Hersteller und eines von Nikon.

Ein Sigma hatte es mir angetan: 50-150 mm steht auf dem Objektiv (also 70 - 210 mm real), Lichtstärke 2,8.
Nur ganz nebenbei: Das Glas verfügt über einen Ultraschallmotor, der leise und schnell ist. Der Fokus und das Zool liegt innen. D. h. wenn Sie zoomen, bleibt die Linse wo sie ist, das Glas ”fährt” also nicht vor oder zurück. Das ist sehr angenehm, wenn Sie das Glas irgendwo auflegen oder z. B. an ein Gitte halten, um durch zu fotografieren.

Es ist ein Objektiv speziell für die digitalen Spiegelreflexfotografie und damit gemessen an der Abbildungsleistung sehr kompakt und leicht. Der Preis liegt irgendwo so um die 700,- EUR.

Sigma und Nikon haben auch ein 70 - 200 mm Glas im Programm (also 100 - 280 mm real), Lichtstärke 2,8. Dieses wäre auch für Vollformat geeignet. Dementsprechend ist das Glas größer und auch schwerer. Deshalb hat es auch eine Schelle mit der Sie Glas samt Kamera auf einem Stativ befestigen können. Der Preis liegt weit über 1.000,- EUR.

Ich habe mich für das 50-150 entschieden. Mit fast 1,5 kg war mir das 70-200 einfach zu schwer. Es war viele Jahre meine Lieblingslinse. Heute hat es Konkurrenz bekommen durch eine 50 mm Festbrennweite von Nikon mit der unlaublichen Lichtstärke von 1,4 und durch ein Sigma 85 mm / 1,4. Das 85 mm hat sich zu mittlerweile zu meinem Lieblingsobjektiv entwickelt. Bokeh, Schärfe und Abbildungsleistung sind superb.